Eine zauberhafte Reise durch die Welt der Musik

10-Дек-2018

Eine zauberhafte Reise durch die Welt der Musik

 Schwermütig, andächtig, aber auch heiter. Ein eher ungewöhnliches Adventskonzert erlebten die Besucher des Bliestaldoms am Sonntag. Dort nämlich gastierte das Vokalensemble Ornament. Sechs Sänger, alle Mitglieder der staatlichen Philharmonie Minsk, nahmen das Publikum mit auf eine Reise durch die Welt sakraler, aber auch weltlicher Musik, mit einer abwechslungsreichen Literaturauswahl.

Los ging es mit russisch-orthodoxer Kirchenmusik des 14. und 20. Jahrhunderts. Doch recht schnell wechselte das Ensemble von sakralen Klängen zu russischen und ukrainischen Volksweisen. Und schon bei den ersten Liedern wurde klar, dass die sechs Sänger bei ihrem Konzert mit Werken aufwarten würden, die man bei uns eher selten im Advent zu hören bekommt.

Das Publikum bekam eine Mischung aus geläufigen und bei uns eher unbekannten Liedern zu hören. Die Konzertbesucher freuten sich über „Kalinka“ und „Korobeiniki“ und lauschten andächtig den Klängen von „Die Bastschuhe“ oder „Die zwölf Räuber“. Und damit man sich auch in die Stimmung der einzelnen Stücke richtig hineinfühlen konnte, gaben die Sänger Informationen zu ihren Liedern. So lernte man zum Beispiel, dass es in „Korobeiniki“ um einen Bauchladenverkäufer geht oder dass „Die zwölf Räuber“ von Läuterung und neu entdecktem Glauben erzählt.

Doch nicht nur russische Stücke gehörten zum Repertoire des Vokalensembles. Auch bekannte deutsche, englische und italienische Lieder brachten die Sänger zu Gehör. Dazu zählten Johann Sebastian Bachs „Ave Maria“, ein Arrangment des weltberühmten „O holy night“ oder auch Leonard Cohens „Halleluja“. Und auch im Bereich der weltlichen Klänge griff das Ensemble auf eine für den Advent eher ungewöhnliche Songauswahl zurück. So sangen die Männer „O sole mio“ oder auch ein Medley der Comedian Harmonists mit Liedern wie „Mein kleiner grüner Kaktus“ oder „Veronika der Lenz ist da".

 Und vielleicht war es gerade diese ungewöhnliche Auswahl oder auch die Stimmgewalt der Sänger, die alle ihre Werke a capella vortrugen, die beim Publikum an diesem Tag so gut ankam. Denn schon während des Konzertes gab es für einzelne Stücke und deren Interpretation Standing Ovations und zum Schluss des anderthalbstündigen Konzertabends tosenden Applaus, der gar nicht enden wollte.

Den Erlös des Konzertes – ausschließlich Spenden, kein Eintritt – spenden die Sänger an krebskranke Kinder in Weißrussland.

 

Jennifer Sick